Wie ich den Cinematic Look für authentische Familienfotos an der Saale nutze

Cinematic Look Lightroom-Presets für Familienfotografie in Halle – bearbeitetes Familienporträt auf dem MacBook-Bildschirm im Atelier

Presets gelten vielen als Schummelei – ein Klick, der angeblich das ganze Handwerk ersetzt. Diesen Satz höre ich öfter, seit ich neben meiner Arbeit als Illustratorin auch Familienfotos in Halle bearbeite, mit Lightroom-Presets und dem Cinematic Look. Nach einigen Aufträgen weiß ich: Der Vorwurf trifft nur die halbe Wahrheit. Ein Preset liefert eine Richtung. Was daraus wird, entscheidet sich an meinem Schreibtisch im Paulusviertel, nicht im Presetpaket selbst.

Diese Seite finanziert sich über Affiliate-Links. Kaufst du über einen Link ein Presetpaket oder einen Kurs, bekomme ich eine Provision, ohne dass sich für dich am Preis etwas ändert. Ich verlinke ausschließlich Dinge, die ich selbst bezahlt und in echten Familienaufträgen oder im eigenen Workflow getestet habe – inklusive der Sachen, die ich nach kurzer Zeit wieder weggelegt habe.

Der Mythos: Presets sind nur eine Abkürzung für Faule

Tilo Benz sieht das anders. Der befreundete Buchgestalter aus Leipzig schwört auf manuelle Entwicklung, jede Kurve einzeln gezogen, kein Preset in Sichtweite. Presets hält er für eine Krücke – gut für Leute, die sich nicht trauen, selbst zu entscheiden. Ich verstehe, wo das herkommt. Nur stimmt es nicht, zumindest nicht für meine Art zu arbeiten.

Bevor ich mich auf Presets verlassen habe, wollte ich Hauttöne in Lightroom genauso steuern wie Flächen in einer Illustration. Ebenenmasken, einzeln gezogen, Kante für Kante, wie beim digitalen Kolorieren einer Buchseite. Das Ergebnis sah aus wie laminiert. Keine Poren, kein Leben, nur eine glatte Fläche in Hautfarbe. Zurückgerudert, von vorne, mit einem komplett anderen Ansatz.

Einen Adobe Lightroom Classic Komplettkurs habe ich mir trotzdem irgendwann zugelegt, in der Hoffnung auf Struktur. Der Aufbau ist linear, Lektion für Lektion, fast wie ein Lehrbuch für Buchhaltung. Ich bin früh ausgestiegen. Nicht weil der Kurs schlecht ist, sondern weil ich als Illustratorin anders an ein Bild herangehe als jemand, der eine Checkliste abarbeitet – fühlen, probieren, verwerfen, statt Schritt eins bis Schritt vierzig.

Lightroom-Bearbeitung im Cinematic Look auf dem MacBook – Bildbearbeitung für Familienfotos als Illustratorin in Halle

Cinematic Look am Händelplatz: Was der Filter wirklich verändert

Lightroom Mobile Presets auf dem Smartphone neben Aquarellstiften – mobiler Workflow für Familienfotografie in Halle

Den Umschwung brachte das 100 Lightroom-Presets Paket, eigentlich für Reise- und Landschaftsfotografie gedacht, nicht für Familienporträts. Der Cinematic-Look darin hat über ein Herbstset vom Händelplatz gelegen, Kastanienlaub schon braun und matschig auf dem Pflaster, und etwas hat sich verschoben. Als ich den Klarheit-Regler fast bis ganz unten zurückgezogen habe, hat das Bild plötzlich wieder geatmet, fast wie ein nasser Aquarellbogen, der sich gerade erst setzt.

Kein Zufall, keine Software-Magie – nur ein Regler, den ich wie den Druck meines Pinsels behandelt habe. Das Paket bringt gut hundert Looks in mehreren Stilrichtungen, und ich bleibe fast immer bei Cinematic oder Moody hängen, weil beide zu meiner Stilerfahrung als Illustratorin passen. Trotzdem trifft ein Preset nur die Grundstimmung. Welcher Blick in welchem Licht funktioniert, welche Serie eine wärmere oder kühlere Note braucht – das entscheide ich an jedem Bild neu.

Harte Schatten und weggerannte Kinder: der Alltagstest

Ein einjähriges Kind unter den Kastanien am Händelplatz hält keine Pose länger als zwei Sekunden. Dazu hartes Licht, das durch die Blätter bricht und auf dem Pflaster scharfe Kanten wirft. Der Cinematic Look wird oft mit stillem, perfekt gesetztem Licht verwechselt, mit Studio, mit Inszenierung. Bei mir macht er genau das Gegenteil: Er nimmt dem Chaos die Schärfe, ohne die Bewegung wegzuretuschieren.

Ob ich am Ende bei Cinematic bleibe oder zu Moody wechsele, hängt von der Entscheidung zwischen Moody und Cinematic ab – dichter Schatten unter den Bäumen verlangt nach etwas anderem als offenes Nachmittagslicht auf dem freien Platz. Eine erste Auswahl mache ich oft schon unterwegs auf dem iPad, fertig wird die Serie später am MacBook im Atelier, gleicher Look auf beiden Geräten. Sobald die Heizung dort zum ersten Mal in der Saison anspringt, zieht dieser leicht erdige Duft aus den Wassernäpfchen neben der Tastatur durch den Raum, und ich weiß: Jetzt wird am Bildschirm weitergearbeitet, nicht mehr draußen. Henning Bauer, Vater von zwei Kindern, war bei der Herbstserie am Händelplatz dabei und besteht bei jedem Auftrag auf mindestens einem Schwarz-Weiß-Bild – eine Vorliebe, die dem Cinematic Look eigentlich widerspricht und trotzdem funktioniert, weil die Tonalität unter den Kastanien auch ohne Farbe trägt.

Was ein Preset nicht ersetzen kann

Henning hat die Bilder letzte Woche durchgesehen und gefragt, ob das wirklich Fotos sind oder ob ich am Ende doch mit dem Stift nachgezeichnet habe. Für ihn war das kein technisches Ergebnis, sondern ein Eindruck. Genau da widerspreche ich Tilo dann doch nicht ganz: Das fertige Bild wirkt bewusst gestaltet, nicht einfach nur gefiltert. Nur liegt der Unterschied nicht darin, ob ich ein Preset benutze, sondern wie viele kleine Entscheidungen danach noch kommen – Bildausschnitt, Tonwert, welche Stelle im Bild die Aufmerksamkeit tragen soll.

Wer genauso intuitiv arbeitet und sich in technischen Tutorials verliert, kommt mit einem festen Look-Paket als Grundlage oft schneller voran als mit einem kompletten Kurs von vorne bis hinten. Für mich war das Lifestyle Presets Paket genau dieser Ausgangspunkt, als Einmalzahlung, was mir als Freiberuflerin lieber ist als ein weiteres Abo neben der Illustrationssoftware. Den genauen Preis findest du direkt auf der Seite des Anbieters, der sich gelegentlich ändert.

Das Lichtbildlabor-Tagebuch wächst trotzdem weiter, mit jedem Licht, das anders fällt als erwartet. Am Ende zählt für mich nur, ob ein Bild so aussieht, wie ich die Szene als Illustratorin wahrgenommen habe, und nicht, wie viele Regler ich dafür bewegt habe. Jetzt geht es zurück an den Zeichentisch. Lightroom bleibt im Hintergrund offen.