Warum das Lifestyle Presets Paket perfekt für meinen Stil als Illustratorin ist

Vergleich Lightroom-Presets und Komplettkurs für den Workflow einer Illustratorin bei Familien-Lifestyle-Fotografie in Halle (Saale)

Kann ein fertiges Preset-Paket ersetzen, wofür andere einen ganzen Kurs brauchen? Ich frage mich das jede Woche neu, wenn ich zwischen zwei Ordnern auf dem MacBook hin- und herklicke — einer voller fertiger Looks, einer voller Kursnotizen, die nie zu Ende kamen.

Kurz das Nötigste, bevor es weitergeht: Dieser Text enthält Affiliate-Links. Kaufst du über einen davon ein Presets-Paket oder einen Kurs, bekomme ich eine Provision, an deinem Preis ändert das nichts. Ich schreibe nur über Dinge, die ich selbst mit echten Familienaufträgen getestet habe — als Illustratorin, nicht als Technikerin.

Meine ehrliche Antwort als Illustratorin, die nebenbei Familienporträts in Halle (Saale) macht: keins von beidem reicht für sich allein. Bevor ich überhaupt Presets besaß, habe ich jedes Foto einzeln von Hand durchkorrigiert, ohne jede Grundlage — Belichtung hier, ein Farbstich dort, jedes Bild ein neues Rätsel. Das hat nicht funktioniert. Nach zehn Fotos war ich müder als nach einer ganzen Buchillustration, und trotzdem sahen die Bilder am Ende nicht wie aus einer Hand aus.

Zwei Werkzeuge, zwei Denkweisen

Der Adobe Lightroom Classic Komplettkurs geht die Sache systematisch an, über 40 Lektionen, aufgebaut wie ein Lehrplan, ein Kapitel nach dem anderen. Das 100 Lightroom-Presets für Reise- und Landschaftsfotografen-Paket dagegen liefert 100 fertige Looks in 13 Stilrichtungen und keine einzige Lektion dazu. Zwei völlig verschiedene Zugänge zum selben RAW-File, und ich habe beide ernsthaft ausprobiert, bevor ich mich für meinen Alltag entschieden habe.

Illustratorin vergleicht Lightroom-Presets am Laptop neben Malutensilien für ihren Familienporträt-Workflow

Was bringt der lineare Kurs wirklich?

Ordentlich gemacht ist er, das muss man dem Kurs lassen. Häppchen von wenigen Minuten, dreißig Beispielfotos zum Nachmachen, eine klare Reihenfolge von Bildorganisation bis Tonwertkorrektur. Wer bei null anfängt und Sicherheit durch Struktur sucht, bekommt hier ein Gerüst, an dem er sich entlanghangeln kann.

Für mich als Burg-Absolventin mit eigenem Blick wurde genau dieses Gerüst irgendwann zum Problem. Ich wollte nicht Kapitel für Kapitel durch, ich wollte direkt zu dem Bild, das mir gerade wichtig war. Ich habe mich durch einen Teil der Themenblöcke gearbeitet und den Rest liegen lassen — nicht weil der Kurs schlecht ist, sondern weil lineares Lernen und intuitives Arbeiten selten zueinanderfinden.

Das Preset-Paket denkt in Licht, nicht in Lektionen

Cinematic erinnert mich an klare Linienführung mit dem Tuschestift — hoher Kontrast, tiefe Schatten, fast wie eine Zeichnung ohne Zwischentöne. Moody übernimmt die schattigen Ecken, die ich sonst mühsam von Hand hochziehen müsste. Natural rühre ich kaum an, wenn das Nachmittagslicht schon von selbst weich auf die Gesichter fällt. Welcher Look zu welchem Licht passt, das entscheide ich vor dem ersten Klick, nicht danach.

Im Oktober war ich mit einer Familie auf der Weginsel im Rosengarten des Volksparks unterwegs, viel Laub, tiefstehende Sonne. Ich habe den Moody-Look aufgelegt und beim zweiten Blick auf den Bildschirm gemerkt: Das Laub kippt ins Bild, ein oranger Fleck frisst fast die Gesichter auf. Einen Schritt zurück also — den Effekt eine Stufe runtergenommen, bis die Kinder wieder die Hauptfigur waren und nicht der Baum dahinter.

Lightroom Mobile Workflow auf dem Smartphone im Café Paulusviertel für Familien-Lifestyle-Fotografie in Halle (Saale)

Vom Rosengarten zum Bildschirm

Ein Shooting beginnt für mich nicht am Rechner, sondern an der Kamera. Ich fotografiere grundsätzlich im RAW-Format, weil ein JPEG die Presets später sichtlich schlechter mitmacht, und schon an der alten Sony Alpha 6000 stelle ich die Werte so ein, dass mir das Bild danach nicht entgegenarbeitet. Zurück am MacBook ziehe ich bei größeren Aufträgen den passenden Look gleich über die ganze Auswahl, nicht Foto für Foto einzeln — sonst sitze ich noch nach Mitternacht da.

Den Bildausschnitt entscheide ich meist schon vorher, aus reinem Kompositionsgefühl, nicht nach Regel. Nur an einzelnen Stellen greife ich zusätzlich mit einer lokalen Korrektur ein, wenn ein Gesicht zu sehr im Schatten hängt, und an den HSL-Reglern schiebe ich danach höchstens einen Hauch, damit die Farbstimmung nicht auseinanderdriftet. Einen Farbstich vom bewölkten Himmel bügle ich vorher mit dem Weißabgleich glatt, Hauttöne schaue ich mir am Ende noch einmal einzeln an, bevor irgendetwas den Ordner verlässt. Mehr zu der Logik dahinter findest du in einem anderen Eintrag, in dem ich aufschreibe, warum ich Landschafts-Presets für Porträts nutze statt fertiger Portrait-Filter — und daneben auch, wie ich einen Cinematic Look in Lightroom erstellen kann mit Reise-Presets, wenn ein Motiv mehr Kontur als Wärme braucht.

Beim zweiten Korrekturdurchgang lehne ich mich im alten Eichenstuhl nach vorne, der dabei zuverlässig knarzt — meistens genau in dem Moment, in dem ein Bild eigentlich schon fertig ist und ich nur noch dran rumfummle. Am Volkspark begegne ich manchmal einer Nachbarin, die dort jeden Morgen die Saale-Route bis zur Elisabethbrücke läuft, ein kurzes Winken im Vorbeigehen, mehr nicht, bevor der Blick wieder aufs Display geht. Für ein einzelnes Bild aus diesem Shooting habe ich mich am Ende für Schwarz-Weiß entschieden, fast wie eine Tuschezeichnung ohne Farbe — die Familie hatte an dem Tag sowieso schon genug bunte Aufnahmen. Exportiert wird zum Schluss in zwei Größen, eine fürs Handy, eine für den Druck, mehr braucht kein Familienauftrag.

Wann der Kurs sich lohnt, wann die Presets

Wer bei Lightroom bei null anfängt, keine Ahnung von Reglern hat und Sicherheit durch Struktur braucht, ist mit dem Komplettkurs nicht schlecht beraten — genau dafür ist er gebaut. Wer dagegen schon ein Auge für Licht und Farbe mitbringt, aus welcher Ecke auch immer, und schneller zum fertigen Bild will als zur perfekten Theorie, für den ist das Presets-Paket die spürbar direktere Strecke.

Bei mir laufen inzwischen beide nebeneinander her, nur mit sehr unterschiedlichem Gewicht: der Kurs als Nachschlagewerk für die seltenen technischen Fragen, das lifestyle-presets-paket als tägliches Werkzeug für jeden Familienauftrag, der reinkommt. Kein Wunderwerkzeug, aber für meinen Blick als Illustratorin die deutlich passendere Palette.